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Die Geschichte des Technischen Hilfswerks

von der Entstehung bis Heute

 

Aufbau des THW

 Geschichte und Hintergründe

Entstehung und Gedanken des Katastrophenschutzes
(BRD und DDR)

Geburt des THW

Warum blau?

THW heute

Wichtiges zum Zivil- und Katastrophenschutz

 

 

 

 

Aufbau des THW

Bundespräsident

(Joachim Gauck)

 

Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) ist dem Bundesministerium des Inneren (BMI) unterstellt, an dessen Spitze der Bundesinnenminister Thomas de Maizière steht.


(Thomas de Maizière)

An oberster Stelle des THW steht der Präsident Dr. Albrecht Broemme sowie sein Stellvertreter Gerd Friedsam.

   
(Dr. Albrecht Broemme)                    (
Gerd Friedsam)

Die THW-Leitung gliedert sich in drei Abteilungen (Abt. Ehrenamt, Abt. Einsatz und Abt. Zentrale Dienstleistungen) mit insgesamt 14 Referaten.

Unterhalb der Leitung gliedert sich das THW in Landesverbände, dessen Verantwortung der Landesbeauftragte trägt.

Unser Ortsverband ist im THW-Länderverband Hamburg-Mecklenburg/Vorpommern-Schleswig/Holstein und wird vom Landesbeauftragten Dierk Hansen geleitet.


(Dierk Hansen)


(Länderverband Hamburg-Mecklenburg/Vorpommern-Schleswig/Holstein)

Den jeweiligen Landesverbänden sind die Geschäftsführerbereiche unterstellt. Den Vorsitz trägt der Geschäftsführer.


(Michael Teuber)


 

An die einzelnen Geschäftsführerbereiche gliedern sich mehrere Ortsverbände. Der Ortsverband bildet als ehrenamtliche Organisationseinheit die Einsatzbasis des THW. Der Ortsbeauftragte ist der Dienststellenleiter des Ortsverbandes.


(Hans-Joachim Bull)

Das THW besteht also im Ganzen aus der Leitung, 2 Bundesschulen (Hoya und Neuhausen), 8 Landesverbänden, einen Logistikzentrum und 66 Geschäftsstellen. In diesen Bereichen sind hauptamtliche Mitarbeiter, Auszubildende, FSJ-ler und Praktikanten beschäftigt.

In 668 Ortsverbänden engagieren sich bundesweit ca. 80.000 Helferinnen und Helfer. Dies tun sie ehrenamtlich.

 

Das Verhältnis der hauptamtlichen zu den ehrenamtlichen Helfern stellt sich wie folgt dar:

hauptamtlich Beschäftigte 1,2 %
ehrenamtliche Helfer   98,8 %

 

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Geschichte und Hintergründe

- Ein kurzer Rückblick -

 

Bilanz des II. Weltkrieges

Von 1939 bis 1945 standen weltweit 110 Millionen Soldaten unter Waffen. Von ihnen fielen 27 Millionen im Kampf. Die Zivilbevölkerung in der Welt beklagte 25 Millionen Tote. Der Bombenkrieg vernichtete in Deutschland rund 1,5 Millionen Gebäude, über 500 bedeutende Baudenkmäler und machte 7,5 Millionen Menschen obdachlos.

Mit dem Sieg der Alliierten über NS-Deutschland am 08. Mai 1945 zerfiel Deutschland in je ein Einflussgebiet der Westmächte und der Sowjetunion. Dieser Zustand sollte sich bis zum 09. November 1989 nicht ändern.

 

Der Kalte Krieg

Bereits kurz nach dem Ende des II. Weltkrieges machte sich im westlichen Europa die Angst breit, dass nach Rückzug der US-Streitkräfte der europäische Kontinent unter dem starken Einfluss der Sowjetunion in diese übergehen könnte. Die große Allianz der Siegermächte gegen NS-Deutschland war zerbrochen, der "Kalte Krieg" hatte begonnen.

Nach dem kommunistische Staatsstreich in der Tschechoslowakei vom Februar 1948 und die sowjetische Blockade gegen Berlin (Berliner Blockade) von Juni 1948 bis Mai 1949 verstärkte in Westeuropa das Gefühl der Bedrohung durch die Sowjetunion und führte im April 1949 zur Gründung der NATO.

 

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Entstehung und Gedanken des Katastrophenschutzes

 

Deutsche Demokratische Republik:

Luftschutz - Zivilverteidigung - Zivilschutz

Am 11. Februar 1958 Gesetz über den Luftschutz in der DDR

-> Mitarbeiter müssen gewonnen und qualifiziert werden
-> materiell-technische und organisatorische Grundlagen müssen geschaffen werden
-> Bildungseinrichtungen werden vorbereitet

Orientierung bot der schon existierende und im II. Weltkrieg geforderte Luftschutz der ehemaligen Sowjetunion.

 

Aufgaben des Luftschutzes

-> Organisieren eines funktionierenden Schutzes der Bevölkerung in den Städten , Gemeinden und Betrieben
-> Aufbau des Selbstschutzes der Bevölkerung,
-> Aufbau des Betriebsluftschutzes und Dienste, (wie rückwärtiger-, Landwirtschafts- oder chemischer Dienst)  sowie von Luftschutzformationen.

 

Der Minister des Innern wurde als Leiter des Luftschutzes in der DDR eingesetzt.
Sein Arbeitsorgan war das Kommando Luftschutz. 

In den Kreisen, Städten und Gemeinden übernahmen die Vorsitzenden der örtlichen Räte die Funktion des Leiters des Luftschutzes. Führungsorgane des Luftschutzes (hauptamtliches Personal) handelten im Auftrag der Vorsitzenden der örtlichen Räte.

 

Der Paragraph 3 des Luftschutzgesetzes verlangte:

-> die Bildung einer "Organisation freiwilliger Luftschutzhelfer", als Instrument der örtlichen Leiter des Luftschutzes, die folgende Aufgaben zu erfüllen hatte:

-> die Bevölkerung über Gefahren und das Verhalten bei Angriffen aus der Luft aufzuklären,

-> Mitarbeiter für den Luftschutz zu gewinnen und den Selbstschutz zu organisieren.

 

Betriebsluftschutz

Das Ziel des Betriebsluftschutzes bestand im Schutz der Beschäftigten durch:

-> Bau und Errichtung von Schutzbauwerken und –anlagen,
-> Aufklärung und Schulung über die Gefahren und das Verhalten bei Angriffen aus der Luft.

Hierbei stand der gegnerische Kernwaffeneinsatz im Mittelpunkt.

 

Formationen und Einrichtungen

Nach dem Gesetz über den Aufbau von Diensten des Luftschutzes konnten Maßnahmen zur Behebung oder Milderung von Folgen durch Angriffe aus der Luft sowie anderer Notstände in die Wege geleitet werden.

Erste Bewährungsproben für Kräfte und Mittel des Luftschutzes stellten Einsätze zur Beseitigung der Schäden von Naturkatastrophen dar. Auf der Basis freiwillig-ehrenamtlicher Mitarbeit von Bevölkerung, vor allem Beschäftigter, wurden die, vor allem aus hauptamtlichem Personal bestehenden Luftschutzformationen und -einrichtungen später zu Einsatzkräften umorganisiert.

 

Überleitung vom Luftschutz zur Zivilverteidigung

In Bezug auf eine angenommene veränderte Rolle des Hinterlandes in einem modernen Krieg, leitete die DDR-Führung den Luftschutz in eine Zivilverteidigung über.
Die Zivilverteidigungsmaßnahmen wurden zum Bestandteil der Landesverteidigung.

Es standen jetzt neben den allgemeinen Luftschutzaufgaben solche Aufgaben im Vordergrund, wie:

-> Verluste an Menschen und Gut im Krieg einzuschränken
-> Aufrechterhaltung der Staats- und Wirtschaftsfähigkeit zu sichern
-> Folgen gegnerischer Angriffe zu beseitigen bzw. zu mildern

1978 verabschiedete die Volkskammer das Gesetz über die Landesverteidigung der DDR, in dem auch die Maßnahmen der Zivilverteidigung verankert waren.

 

Mit der Verordnung über den Katastrophenschutz des Ministerrates der DDR vom 15. Mai 1981 ist der Katastrophenschutz der Zivilverteidigung als Bestanteil zugeordnet worden. Dem Vorsitzenden des Ministerrates oblag es, die zentrale staatliche Führung der Zivilverteidigung über die Organe des Ministerrates sowie die örtlichen Räte zu sichern. Die personellen, materiellen und finanziellen Anforderungen an den Ausbau der Zivilverteidigung konnten so mehr in die planmäßige Arbeit der Staats- und Wirtschaftsorgane einbezogen werden. Die Verantwortung für die unmittelbare Leitung aller Maßnahmen der Zivilverteidigung trug weiter der vom Vorsitzenden des Ministerrates beauftragte Minister des Innern, der gleichzeitig auch Chef der Volkspolizei war. In den Bezirken, Kreisen und Kommunen blieben die Vorsitzenden der örtlichen Räte für diese Maßnahmen Verantwortlich. Sie waren jetzt die Leiter der Zivilverteidigung.

1976 übertrug der Vorsitzende des Ministerrates die unmittelbare Führung der Zivilverteidigung dem Minister für Nationale Verteidigung, um diese Maßnahmen noch fester in die Landesverteidigung einzuordnen. Der Minister für Nationale Verteidigung verwirklichte die Führung über den Leiter der Zivilverteidigung der DDR mit seiner Hauptverwaltung Zivilverteidigung (hauptamtliches Personal). In den Bezirken, Kreisen und Kommunen gab es diesbezüglich keine Veränderungen. Die Leiter der zentralen Staats- und Wirtschaftsorgane hatten u.a. dafür Sorge zu tragen, dass die Maßnahmen des Brand-, Katastrophen-,  Arbeits-, und Gesundheitsschutzes sowie die Produktions- und technische Sicherheit mit den Erfordernissen der Zivilverteidigung in den Zentralen sowie nach geordneten Betrieben und Einrichtungen verbunden wurden.

 

Die Einsatzkräfte der Zivilverteidigung der DDR

Zur Aufstellung und Vorbereitung von Einsatzkräften der Zivilverteidigung wurden die Leiter von Betrieben von den jeweiligen Leitern der Zivilverteidigung beauftragt. Das Personal ganzer Formationen konnte sich demzufolge aus einem Betrieb rekrutieren. Die Betriebsangehörigen wurden nicht zum Mitmachen in den Einsatzkräften befohlen, sondern es wurde an ihre Ehrenpflicht als Staatsbürger, als Mitglied von "sozialistischen Kollektiven", Parteipflichten etc. appelliert, um in der Zivilverteidigung mitzuwirken.

 

Die Aufgaben der Zivilverteidigung

-> Erfüllung der Aufgaben zum Schutz der Bevölkerung,
-> zur Erhöhung der Standhaftigkeit der Wirtschaft sowie des Schutzes kultureller Werte in Gefahrensituationen.
-> Durchführung von Rettungs-, Bergungs- und Instandsetzungsarbeiten bei Katastrophen, schweren Havarien und nach militärischen Auseinandersetzungen.

 

 

Bundesrepublik Deutschland:

Luftschutz - Zivilverteidigung - Zivilschutz

Bis 1949 hatten sich die westdeutschen Politiker gescheut, das Angebot der Westmächte anzunehmen und einen nach Westeuropa ausgerichteten Weststaat zu gründen. Sie wollten nicht an der Teilung Deutschlands mitwirken. Unter dem Eindruck der Berliner Blockade entschieden sie sich aber dennoch für die Gründung der Bundesrepublik Deutschland.

Am 23. Mai 1949 trat das "Grundgesetz" in Kraft. Aufgrund der allgemeinen weltpolitischen Lage machte sich die junge westdeutsche Regierung in enger Zusammenarbeit mit den Westmächten bereits zu diesem Zeitpunkt Gedanken über die Verteidigung Deutschlands.

Die Bereitschaft zur Verteidigung erforderte neben der militärischen Komponente eine wirksame zivile Verteidigung. Das Grundgesetz trägt diesem Rechnung, indem in den entsprechenden Artikeln stets von "Verteidigung einschließlich des Schutzes der Zivilbevölkerung" gesprochen wird.

 

Luft- und Zivilschutz in der BRD

Nach dem Beitritt der Bundesrepublik zur NATO wurde der Schutz der Bevölkerung gemäß NATO-Empfehlungen aufgebaut. So verabschiedete die Bundesregierung ein Programm, das unter anderem auch

-> die Aufklärung der Bevölkerung über die Gefahren von Luftangriffen
-> den Aufbau eines Warn- und Alarmdienstes vorsah

 

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Die Geburt des THW

Die Geburtsstunde des Technischen Hilfswerks in Deutschland wird auf den 22.08.1950 datiert.

Der ehemalige Leiter der bei Kriegsende zwangsweise aufgelösten Technischen Nothilfe Otto Lummitzsch  gründete eine Bürgerinitiative als zivile Hilfsorganisation. Zwei Jahre später erhält diese ihren endgültigen Namen:

THW = Technisches Hilfswerk


(Otto Lummitzsch)

Ab Mitte 1952 bis zu seinem Ausscheiden war die Zahl der ehrenamtlichen Helfer der Organisation von rund 6000 auf 40000 und die Zahl der Ortsverbände auf 377 angewachsen.

1953 erhält das THW den Rechtsstatus einer nicht rechtsfähigen Bundesanstalt durch den damaligen Bundesinnenminister Dr. Gustav Heinemann.


(Dr. Gustav Heinemann)

 

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Warum blau?

Die Fahrzeuge, Bekleidung und ein großer Teil der Ausrüstung des Technischen Hilfswerks sind in Blautönen gehalten (RAL-Nummer 5002, Ultramarinblau).

Der Grund dafür ist, dass nach dem Zweiten Weltkrieg die Fahrzeuge von Bergungszügen blau angestrichen wurden. Diese waren nicht nur dem THW, sondern auch vielen Feuerwehren unterstellt. So konnte man die "rote Feuerwehr" für die Brandbekämpfung von der "blauen Feuerwehr" für Bergungsaufgaben unterscheiden.
Bergungszüge hatten in den Zeiten des Kalten Krieges unter anderem die Aufgabe, bei kriegerischen Auseinandersetzungen Menschen zu retten und Tiere und Sachwerte zu bergen sowie die Infrastruktur wiederherzustellen.

Im Jahre 1995 wurden die Bergungszüge im Rahmen der Umstrukturierung des THW durch Technische Züge ersetzt, die blaue Farbe blieb bestehen und entwickelte sich zu einem weltweiten Erkennungszeichen des Technischen Hilfswerks.

                   

 

 

 

THW heute

Seit 1992 ist die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk selbständige Oberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesinnenministers.

 

(Weiterführung: Bearbeitung folgt)

 

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Wichtiges zum Zivil- und Katastrophenschutz

 

Zivilschutz:

 

Zivile Verteidigung

Die zivile Verteidigung umfasst die Vorbereitung und Durchführung aller zivilen Verteidigungsmaßnahmen.

Dazu gehören folgende Hauptaufgabenbereiche:

1. Aufrechterhaltung der Staats- und Regierungsgewalt

-> der Gesetzgebungsfunktion
-> der Rechtspflege
-> der Regierungs- und Verwaltungsfunktionen
-> der Sicherheit und Ordnung
-> der Informationsmöglichkeiten und -verbreitung

2. Versorgung

Sie umfasst die Versorgung der Bevölkerung, der zivilen Einsatzverbände, der Streitkräfte und der sonstigen öffentlichen und privaten Bedarfsträger mit Gütern und Leistungen sowie die Deckung des lebens- und verteidigungswichtigen personellen Bedarfs.

-> Güter der Ernährungs-, Land- und Forstwirtschaft
-> Energie und Wasser sowie Abwasserbeseitigung
-> Leistungen auf dem Gebiet des Verkehrswesens
-> Soziale Sicherung
-> Finanz- und Geldwesen

3. Unterstützung der Streitkräfte

Hierzu gehören alle Maßnahmen im zivilen Bereich, die der Unterstützung der Operationsfreiheit und der Operationsfähigkeit der Streitkräfte dienen.

-> Deckung des personellen und materiellen Ergänzungsbedarfs
-> Gestellung von Transportmitteln und -leistungen
-> Instandsetzungsleistungen

4. Zivilschutz

Aufgabe des Zivilschutzes ist es, durch nicht-militärische Maßnahmen die Bevölkerung, ihre Wohnungen und Arbeitsstätten, lebens- oder verteidigungswichtige zivile Dienststellen, Betriebe, Einrichtungen und Anlagen sowie das Kulturgut vor Kriegseinwirkungen zu schützen und deren Folgen zu beseitigen oder zu mildern. Behördliche Maßnahmen ergänzen die Selbsthilfe der Bevölkerung.

(§ 1, Abs. 1 Zivilschutzgesetz)

 

Zum Zivilschutz gehören insbesondere:

1. der Selbstschutz,
2. die Warnung der Bevölkerung,
3. der Schutzbau,
4. die Aufenthaltsregelung,
5. der Katastrophenschutz nach Maßgabe des § 11,
6. Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit,
7. Maßnahmen zum Schutz von Kulturgut.

(§ 1, Abs. 2 Zivilschutzgesetz)

 

Der Zivilschutz ist Bestandteil der Zivilverteidigung.

 

Die Genfer Abkommen

Das humanitäre Völkerrecht ist im wesentlichen in den "Genfer Rot-Kreuz-Abkommen" enthalten, die auf die Gedanken und Anregungen des Schweizers Henry Dunant  (1828-1910) zurückgehen.


(Henry Dunant)

Ausgangspunkt war die Schlacht von Solferino im Jahr 1859 zwischen Frankreich und Österreich in der die Verletzten keinerlei Schutz genossen bzw. keinerlei Hilfe erhielten.

 

-> 1863 gründete Henry Dunant das Rote Kreuz als erste internationale Organisation, die es sich zur Aufgabe machte, das Los der Kriegsopfer zu mildern und als neutraler Vermittler zwischen den Kriegsparteien zu dienen.

-> 1864 wurde das 1. Genfer (Rot-Kreuz)-Abkommen über "Die Verbesserung des Loses der Kranken und Verwundeten bei den Armeen im Felde" abgeschlossen.

-> 1899 wurden diese Schutzregeln im 2. Genfer Abkommen auch auf den Seekrieg ausgedehnt.

-> 1929 wurde in einem 3. Genfer Abkommen auf Vorschlag des Internationalen Komitees des Roten Kreuz eine besondere "Konvention zum Schutz von Kriegsgefangenen" beschlossen.

-> 1949 wurde erstmals im 4. Genfer Abkommen über den "Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten" geregelt.

 

Die vier Genfer Abkommen gelten gegenwärtig in der Fassung vom 12. August 1949; sie sind weltweit von mehr als 150 Staaten als völkerrechtlich verbindlich in Kraft gesetzt worden.

 

Das erste Zusatzprotokoll zu den Rot-Kreuz-Abkommen

Während die Regelungen im 4. Genfer Abkommen, sich auf wenige Bestimmungen zum Schutz von Verwundeten, Kranken, Frauen und Kindern vor den Auswirkungen des Krieges beschränken, gehen die Regelungen des ersten Zusatzprotokolls zu den Rot-Kreuz-Abkommen wesentlich weiter. Durch dieses Zusatzprotokoll wurden die Methoden und Mittel der Kriegsführung zum Schutz der betroffenen Menschen beschränkt:

-> Waffen, die überflüssige Verletzungen, unnötige Leiden oder schwere Schäden der Umwelt verursachen sind verboten
-> Flächendeckende Angriffe, z.B. solche, bei denen besonders hohe Verluste unter der Zivilbevölkerung entstehen würden, sind verboten
-> Angriffe auf Kernkraftwerke, Staudämme und Deiche in dicht besiedelten Gebieten sind verboten
-> alle für die Zivilbevölkerung lebenswichtigen Objekte sowie das Kulturgut vor der Zerstörung schützen

 

Schutz der Helfer des Sanitätsdienstes

Wesentlich für die Arbeit des Zivilschutzes ist allerdings, das durch das erste Zusatzprotokoll zu den Rot-Kreuz-Abkommen erstmals eine ausreichende völkerrechtliche Grundlage für die Arbeit des Zivilschutzes und für den Schutz seiner Helfer geschaffen wurde:

Art. 15, Satz: "Das zivile Sanitätspersonal wird geschont und geschützt."

In Artikel 21, 22 und 24 wird dieser Schutz auch auf entsprechend gekennzeichnete Sanitätsfahrzeuge, -luftfahrzeuge, Lazarettschiffe und Küstenrettungsfahrzeuge ausgedehnt.

Nach Artikel 18 sind alle Sanitätseinheiten, ihre Helfer und Transportmittel mit dem international anerkannten Schutzzeichen, dem Roten Kreuz, dem Roten Halbmond, dem Roten David-Stern bzw. dem Roten Löwen mit Roter Sonne zu kennzeichnen.

           

Im Artikel 61 des 1. Zusatzprotokoll zu den Rot-Kreuz-Abkommen ist der Zivilschutz ausdrücklich erwähnt:

"Zivilschutz bedeutet die Erfüllung aller oder einzelner der nachstehenden humanitären Aufgaben zum Schutz der Zivilbevölkerung vor den Gefahren des Krieges und zur Überwindung der unmittelbaren Auswirkungen von Feindseligkeiten oder Katastrophen sowie zur Schaffung der für ihr Überleben notwendigen Voraussetzungen!"

Diese Aufgaben sind:

-> Warndienst
-> Evakuierung
-> Bereitstellung und Verwaltung von Schutzräumen
-> Durchführung von Verdunklungsmaßnahmen
-> Bergung (und Rettung)
-> Medizinische Versorgung
-> Brandbekämpfung
-> Aufspüren und Kennzeichnen von Gefahrenzonen
-> Dekontaminierung
-> Bereitstellung von Notunterkünften und Verpflegung
-> Notdienst zur Wiederherstellung und Aufrechterhaltung der Ordnung
-> Notinstandsetzung unentbehrlicher öffentlicher Versorgungseinrichtungen
-> Bestattungsnotdienste
-> Hilfsdienste bei der Erhaltung lebensnotwendiger Objekte

 

Schutz der Helfer des Zivilschutzes

Nach Artikel 62 des 1. Zusatzprotokoll zu den Rot-Kreuz-Abkommen werden die Zivilschutzorganisationen und ihr Personal geschont und geschützt. Gebäude, Fahrzeuge und Materialien, die zu Zivilschutzzwecken benutzt werden, sowie Schutzbauten für  die Zivilbevölkerung dürfen nicht angegriffen werden.

Nach Artikel 66 ist sicherzustellen, dass Zivilschutzorganisationen, deren Personal, Gebäude und Material als zum Zivilschutz gehörig erkennbar sind. Das internationale Schutzzeichen des Zivilschutzes besteht aus einem gleichseitigen blauen Dreieck auf orangefarbenem Grund.

 

 

Katastrophenschutz:

Nach Artikel 30 des Grundgesetzes obliegt "die Ausübung der staatlichen Befugnisse und die Erfüllung der staatlichen Aufgabe den Ländern, soweit das Grundgesetz keine anderen Regelungen trifft oder zulässt."

Der Katastrophenschutz ist Aufgabe der Bundesländer.

Laut Artikel 73 Nr. 1 des Grundgesetzes hat der Bund aber die ausschließliche Gesetzgebungskompetenz über die Verteidigung einschließlich des Schutzes der Zivilbevölkerung, d.h. der Zivilschutz ist Aufgabe des Bundes.

 

Entsprechende Regelungen finden sich im Zivilschutzgesetz.

Die nach Landesrecht im Katastrophenschutz mitwirkenden Einheiten und Einrichtungen nehmen auch die Aufgaben zum Schutz der Bevölkerung vor den besonderen Gefahren und Schäden, die im Verteidigungsfall drohen, wahr. Sie werden zu diesem Zwecke ergänzend ausgestattet und ausgebildet. (§ 11, Abs. 1 ZSG)

Die Einheiten und Einrichtungen der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk verstärken im Verteidigungsfall den Katastrophenschutz bei der Wahrnehmung der Aufgaben nach Absatz 1. (§ 11 Abs. 2 ZSG)

 

Katastrophenschutz im Frieden

Der Katastrophenschutz ist ein nach Landesrecht organisiertes System der Gefahrenabwehr und Hilfeleistung bei außergewöhnlichen Schadensereignissen.

Im Katastrophenschutz der Länder wirken unter anderem mit:

-> Feuerwehr
-> Arbeiter-Samariter-Bund
-> Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft
-> Deutsches Rotes Kreuz
-> Die Johanniter
-> Malteser-Hilfsdienst
-> private Hilfsorganisationen
-> Bundesanstalt Technisches Hilfswerk
-> Bundesgrenzschutz
-> Bundeswehr

 

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